Weiße Nächte in Kajaani, Finnland

Mitglieder des SI Clubs Kajaani und des Clubs Fritzlar-Homberg am See Mitglieder des SI Clubs Kajaani und des Clubs Fritzlar-Homberg am See

 
Der Club Soroptimist International Fritzlar-Homberg besiegelt die Partnerschaft mit den Clubschwestern in Kajaani.
 
„Die Finnen können feiern“, war die einhellige Meinung der Reisegruppe Soroptimist International Fritzlar Homberg (SI) nach dem Abschiedsabend beim Club der Schwestern in Kajaani, Finnland. Unter Leitung von Eeva Meyer-Höpfel hatte man sich auf den weiten Weg gemacht, um drei Tage in Kajaani, der Partnerstadt des Schwalm-Eder-Kreises, und abschließend drei Tage in Helsinki zu verbringen. Und besagter Abschiedsabend hatte es tatsächlich in sich. Nach der Besiegelung der Partnerschaft, dem sog. Link,  zwischen den beiden Clubs durch die Clubpräsidentinnen Maria Trosse und Leena Keränen wurde zunächst ausgiebig gespeist. Und dann zeigten die Finninnen ihr Können bei finnischen und – man höre und staune – deutschem Liedgut! Dies ließen die deutschen Schwestern nicht unbeantwortet und sangen im Gegenzug deutsche Volkslieder, wobei man eingestand, dass die finnischen Lieder bis zum angekündigten Gegenbesuch im Jahr 2020 noch eingeübt werden müssen.
Da Mittsommer nicht mehr weit und die Nächte dementsprechend hell waren, kam man auch gar nicht so schnell auf die Idee, dass es eigentlich schon längst Schlafenszeit war.
Die drei Tage in Kajaani vergingen wie im Flug. Den 15 deutschen Clubschwestern, bereichert durch 5 Ehemänner, wurde bereits am Flughafen ein herzlicher Empfang bereitet. Finnische und deutsche Fähnchen schwenkend, wurde die Gruppe von den Schwestern des SI-Clubs Kajaani begrüßt und nach einem Abstecher in der Bilderreichen Barockkirche in Paltaniemi ins Eino-Leino-Haus geführt. Nach der offiziellen Ansprache durch die Präsidentin des SI-Clubs in Kajaani warteten ein kleiner Vortrag über den bekannten frühromantischen finnischen Dichter und Sohn der Region, Eino Leino, sowie regionale Speisen auf die Besucher.
Die folgenden beiden Tage waren angefüllt mit einem reichhaltigen Programm: Schon der Hotelaufenthalt im „Karolinehof“, einem Ensemble aus dem frühen 19. Jahrhundert und mitten in der Natur gelegen, war ein Erlebnis. - Beim Morgenspaziergang zeigten sich sogar zwei Elche. - Vom „Karolinehof“ aus wurden besondere Höhepunkte der Stadt besichtigt.  
Beeindruckt war man z.B. von dem 29 Millionen Euro teuren architektonisch hochinteressanten Schulkomplex „Lehtikankaan“, der die nachwachsende Generation vom Kindergarten bis zur 10. Klasse aufnimmt. Der Digitalisierung wird in Finnland bekanntlich ein hoher Stellenwert beigemessen, hier ersichtlich an der Ausstattung aller Klassenräume mit Smart-Boards sowie der Schülerinnen und Schüler mit Tablets. Robotik steht z.B. ab der 4. Klasse auf dem Stundenplan. Ansprechend gestaltete und mit Sitzmöglichkeiten ausgestattete Flure sowie die geschmackvoll eingerichtete Mensa zeigen Wertschätzung gegenüber Schülerschaft und Personal.
Auch das bis ins kleinste innenarchitektonische Detail durchdachte Kulturzentrum „Kaukamätsä“ sowie der Besuch verschiedener weiterer Kirchen und der Talk-Fabrik fanden großen Zuspruch bei den Besuchern.
Als insgesamt überwältigend wurde die Natur mit ihren Seen und Wäldern sowie den dazu gehörenden Sportmöglichkeiten betrachtet: u.a. Skisprung, Ski-Langlauf, Rudern, Schwimmen. Der Ski-Tunnel bietet Trainingsmöglichkeiten über das ganze Jahr.
Ein Empfang im Rathaus, wo die Grüße von Landrat Becker übermittelt wurden, rundete das Programm ab.
Die finnischen und deutschen Clubschwestern verabschiedeten sich mit der Gewissheit, dass man hier ein tragfähiges Band für Freundschaft, gemeinsame Aktivitäten und Projekte im Sinne des SIWahlspruchs „Bewusstmachen, Bekennen, Bewegen“ geknüpft hatte.

Dagmar Ipach

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