Soroptimistinnen beziehen Stellung gegen Gewalt an Frauen

Allein im letzten Jahr ist die häusliche Gewalt in Deutschland um 5% gestiegen, man spricht von rund 148.000 angezeigten Fällen (BFSFJ v. 23.11.21), die Dunkelziffer dürfte jedoch wesentlich höher sein. In einer Stunde erleben gut 13 Frauen in irgendeiner Form Gewalt, alle 3 Tage kommt dabei eine Frau ums Leben. Geschlechtsspezifische Gewalt kann jede Frau treffen, unabhängig von Alter, sozialem oder kulturellem Hintergrund. Ein klares „NEIN“ zu jeglicher Gewalt gegen Frauen gehört zu den zentralen soroptimistischen Themen. Menschenrechte sind auch Frauenrechte! In der sogenannten Istanbul Konvention von 2011, die in Deutschland nach Hinterlegung der Ratifizierungsurkunde beim Europarat endlich am 1.Februar 2018 in Kraft trat, wird Gewalt als Menschenrechtsverletzung anerkannt. Die Konvention ist ein hochentwickeltes Menschenrechtsinstrument und für den europäischen Raum völkerrechtlich bindend.

4 Punkte der Istanbul Konvention sind maßgeblich:

  1. Prävention
  2. Gewaltschutz
  3. Strafverfolgung
  4. Erstellung von Entwicklungsberichten durch eine unabhängige Expertinnenkommission                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      In allen 4 Bereichen gibt es in Deutschland leider immer noch z.T. große Umsetzungsdefizite:
  • Es fehlt eine bundesweite Gesamtstrategie
  • eine bundesweite Koordinierungsstelle
  • die kontinuierliche wissenschaftliche Forschung
  • häufig Mehrsprachigkeit bei den Kampagnen
  • die Datenlage ist z.T. prekär
  • die Verankerung der Prävention in den Bildungsplänen ist defizitär
  • Fachberatungsangebote sind für viele Betroffene häufig nicht wohnortnah

Das Ziel muss sein, das Problem häuslicher und sexualisierter Gewalt gegen Frauen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und Bewegung u.a. in den Abbau der genannten Defizite zu bringen, um eine Abnahme der Gewalt gegen Frauen zu erreichen.