Chibvuti Primary School in Simbabwe

Auch 2016 hatten wir bei Advent in den Höfen wieder einen Verkaufsstand zugunsten der Chibvuti Primary School in Simbabwe

Der Frauen-Serviceclub Soroptimist International Fritzlar-Homberg war auch in diesem Jahr wieder bei „Advent in den Höfen“ im Hof 11, „dem Märchenhof in der Kaiserpfalz“ mit einem reichhaltigen Angebot vertreten. Neben selbsthergestellten Plätzchen, Likören und köstlichen Gelees boten die Soroptimistinnen auch diverse andere Dinge für den Weihnachtstisch an.

 Unterstützung der Chibvuti Primary School, Simbabwe
Verkaufsstand beim "Advent in den Höfen"

Die Chibvuti Primary School ist eine ehemalige Farmschule, 40 km nördlich von Harare gelegen. Nachdem die weißen Farmbesitzer in den 90er-Jahren enteignet wurden, drohte dieser Schule mit damals 400 Schülern vom 1. bis 7. Schuljahr die Schließung, da die nun arbeitslosen Landarbeiter das Schulgeld und die Schuluniformen der Kinder nicht mehr bezahlen konnten. Vor allem betraf es die Mädchen, die auf den Feldern arbeiten sollten, statt weiter die Schule zu besuchen.

1998 lernte unsere Clubschwester Ulrike Dorst über die evangelische Kirche Emma Mahlunge kennen, die Gründerin der NGO Kunzwana Women' Association (KWA), die größte Frauenorganisation des Landes, die gegründet wurde, um den Frauen in den ländlichen Regionen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben nach dem Motto "Helps Women and Youth to help themselves". Emma Mahlunge lag die Farmschule in Chibvuti besonders am Herzen und sie suchte dafür Sponsoren. Ulrike Dorst, damals Schulleiterin der Grundschule Breiter Hagen in Bad Wildungen, berichtete dem Kollegium, den Eltern und den Schülerinnen und Schülern von der Chibvuti School. Seit dieser Zeit unterstützt die Schulgemeinde die Chibvuti Primary School. Im Mai 2012 war Ulrike Dorst zu Besuch bei Emma Mahlunge und hat die Schule in Chibvuti besucht, sowie die Kunzwana Women's Association und auch das Frauenbildungszentrum in Macheke kennen gelernt. Kunzwana verwaltet alle Spenden und schickt  jedes Jahr einen detaillierten Rechenschaftsbericht über die Ausgaben und Anschaffungen der Schule. Ein großer Ausgabeposten ist dabei die finanzielle Unterstützung der Großmütter und Angehörigen, die sich um die Aidswaisen der Schule kümmern.

Da die kleine Wildunger Schule der einzige Sponsor der inzwischen von 500 Kindern besuchten Chibvuti School ist, suchte Ulrike Dorst weitere Sponsoren und berichtete dem Club Fritzlar-Homberg von der afrikanischen Schule. Auf unserem "Kulturhäppchen 2012" wurde sie als internationales Projekt des Clubs vorgestellt. Der Erlös des Kulturhäppchens von 2000 Euro wurde vom Hilfsfonds um 1500 Euro aufgestockt, so dass 3500 Euro überwiesen werden konnten.

Auf Einladung von Clubschwester Ulrike Dorst besuchte Emma Mahlunge 2013 die Clubs in Fritzlar und Wildungen und berichtete, wie die Spenden verwendet wurden.

Im August 2014 kam Emmas Nachfolgerin, Präsidentin Dr. Emmie Wade, nach Deutschland und besuchte neben München, der Partnerstadt von Simbabwes Hauptstadt Harare, wiederum unseren Club. Sie berichtete sehr bewegend unter welch schwierigen Bedingungen die Kinder die Schule in Chibvuti besuchen. So müssen die Mädchen, bevor sie den über sieben Kilometer langen Schulweg in der Früh antreten, erst einmal Wasser und Brennholz holen und bei der Versorgung der kleineren Geschwister helfen. Während der monatlichen Regelblutung bleiben sie fünf Tage zu Hause, da es an Geld für die Hygieneartikel fehlt. Mit dem Erlös aus unserm „Kulturhäppchen" wurden nun auch die „sanitary pads" gekauft und es war möglich, die durch die Regenzeit verursachten Schäden an der Schule zu beheben. 

An diesem Abend entstand auch die Idee für eine praktische Zusammenarbeit. Auf dem Weihnachtsmarkt „Advent in den Höfen" in Fritzlar verkauften wir die von den Frauen in Simbabwe hergestellten Produkte und gingen somit eine echte Kooperation mit den Frauen im fernen Simbabwe ein.