Kulturelle Erfahrungsmöglichkeiten für Flüchtlinge, insbesondere für Frauen und Mädchen - Zweiter Besuch in der Gemäldegalerie

Nachdem 2016 im Rahmen des Projektes „Kulturelle Erfahrungsmöglichkeiten für Flüchtlinge, insbesondere für Frauen und Mädchen“ schon einmal ein Besuch der Gemäldegalerie in Kassel mit ca. 40 Frauen stattfand, wurde in diesem Jahr ein zweiter Ausflug geplant. Nach einigen Überlegungen eventuell in den Hessenpark zu fahren oder das Schwälmer Museum in Ziegenhain zu besuchen, plädierten die Verantwortlichen für einen erneuten Besuch der Gemäldegalerie in Kassel, da der erste Besuch für die Flüchtlingsfrauen so positiv verlaufen war. Auch an diesem Ausflug nahmen wieder etwa 40 Frauen aus vielen verschiedenen Ländern und auch etliche kleinere und größere Kinder teil. Alle leben in einer reinen Frauenunterkunft. In Kassel Wilhelmshöhe angekommen, bestaunten die Teilnehmerinnen zunächst die herrliche Parkanlage mit dem Wahrzeichen Kassels, dem Herkules. Dann wurde die große Gruppe aufgeteilt, es gab eine Führung für Erwachsene und eine für Kinder. Die Frauen schauten sich herausragende Gemälde der Sammlung u. a. auch das berühmte Rembrandtwerk „Der Jakobssegen“ an und waren mit großem Interesse bei der Sache. Die Kinderführung stellte eine größere Herausforderung dar, aber die junge Museumsführerin, die Kunstgeschichte studierte hatte, brachte den Kindern mit großem Engagement das Schloss, seine früheren Bewohner, einige Gemälde und die Herkulesstatue näher. Sie erklärte nicht nur, sondern ließ die Kinder aktiv teilnehmen und beobachten. Die Kinder waren sehr eifrig bei der Sache und brachten sich lebhaft mit ihren Ideen und ersten Kenntnissen ein. Auf dem Rücken liegend bestaunten sie die Deckengemälde im früheren Tanzsaal. Begeistert waren die Kinder auch von dem großen Gemälde „Die Menagerie des Landgrafen Carl“ vom Beginn des 18. Jahrhunderts. Aus einem Beutel, den die Führerin mitgebracht hatte, durften sie sich kleine Tierfiguren herausfischen. Sie verglichen diese mit dem Gemälde, entdeckten gleiche Tiere und benannten sie. Besonders angetan waren sie von dem Fernglas, mit dem sie die Herkulesfigur weit oben auf dem Berg bestaunen konnten, außerdem von den enormen Größenmaßen der Hände und Füße der Figur. Im Anschluss an die Führung hatten sie noch Zeit zum Malen und Basteln, bevor es leckeren Kakao und für die Frauen Kaffee und Kuchen gab. Es war eine Freude dies zu erleben und eine Bestätigung mit diesem Angebot auf dem richtigen Weg zu sein.